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Nachhaltigkeit oder Greenwashing? So kannst du nachhaltige Produkte von falschen Öko-Werbeversprechen unterscheiden!

 

Von Bio-Baumwolle und recycelten Fasern bei riesigen Modekonzernen, bis hin zur Wiederverwertung von Kaffeekapseln – jedes Unternehmen will sich gefühlt im Moment den Hut der Nachhaltigkeit und die damit verbundene Übernahme von Verantwortung gegenüber unserer Umwelt aufsetzen. Doch wie kannst du erkennen, ob die Produkte und die dahinter stehenden Prozesse und Unternehmensphilosophien wirklich nachhaltig sind oder ob es sich dabei nicht nur um ein gezielt eingesetztes Marketinginstrument handelt?

Wer agiert wirklich nachhaltig und wie werden wir von Unternehmen mit vermeintlich tollen Werbeversprechen hinters Licht geführt.

 

  • Nachhaltigkeit versus Greenwashing
  • Trend verantwortungsbewusst einkaufen: für zwei Drittel der Deutschen ist Umwelt- und Klimaschutz von grundlegender Bedeutung
  • So erkennst du wirklich nachhaltig wirtschaftende Unternehmen
  • Verantwortungsbewusst Reiten: hilfreiche Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag 

Nachhaltigkeit versus Greenwashing

Von jeder Seite wirst du als Verbraucher mit Nachhaltigkeits-Versprechen und unzähligen Öko-Labels konfrontiert. Fällt es dir dabei nicht schwer zu unterscheiden, welche Labels eigene Erfindungen sind und wie sie sich von aussagekräftigen Zertifizierungen unterscheiden lassen?

Um Nachhaltigkeit gesamthaft zu betrachten, sprechen wir grundsätzlich immer von drei zentralen Faktoren: Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Leider wird der Begriff aktuell nahezu inflationär verwendet und Firmen beschreiben damit meistens lediglich ihr umweltfreundliches Handeln. Klar, das ist ein zentraler und wichtiger Punkt, jedoch sind die Faktoren Mensch/Gesellschaft sowie wirtschaftlich nachhaltiges Handeln von gleich hoher Bedeutung. Oftmals verbirgt sich hinter den angesprochenen Labels und Werbeversprechen leider genau nicht dieser holistische, nachhaltige Ansatz, sondern Greenwashing. Doch was ist das eigentlich? Greenwashing bedeutet, dass Unternehmen falsche oder überaus positive Behauptungen von sich geben, die sie ökologischer und sozialer darstellen, als sie eigentlich sind. Teilweise ist es für dich als Endkunden jedoch extrem schwierig zu erkennen, welche Marken wirklich nachhaltig wirtschaften und wer dich nur hinters Licht führen will. Welche Tipps dir dabei im Alltag helfen, findest du hier.

 

Holistischer Nachhaltigkeitsansatz: Umwelt, Gesellschaft & Wirtschaft

Trend bewusst einkaufen

Eine Studie des Umweltbundesamtes zeigt, dass für zwei von drei Deutschen Umwelt- und Klimaschutz inzwischen von grundlegender Bedeutung sind. Sprich, du als Endkunde machst dir bewusst Gedanken, wie deine Kaufentscheidung die Entwicklungen der Umwelt beeinflussen. Wow – das ist wirklich toll und umweltbewusstes Handeln scheint aktuell wirklich im Trend zu liegen. Natürlich ist dieser Trend schon lange in den Marketingabteilungen vieler Unternehmen angekommen: sie werben mit tollen Öko-Versprechen, welche leider oft mehr Schein als Sein sind. Das bestätigt eine Untersuchung der EU-Kommission, in der belegt wird, dass in 42 Prozent der untersuchten Fälle umweltbezogene Angaben und daraus abgeleitete Werbeversprechen übertrieben, falsch oder irreführend waren. Dies hat oftmals zur Folge, dass du dich als Konsument verunsichert fühlst und in schlimmsten Fall überhaupt keine Lust mehr hast, nachhaltige Produkte zu kaufen. Um das zu verhindern, zeigen wir dir, wie du falsche Marketingversprechen von nachhaltigen Produkten und ganzheitlich nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen unterscheiden kannst. 

Nachhaltigkeits-Checkliste: Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft

So erkennst du wirklich nachhaltig wirtschaftende Unternehmen

Um zu prüfen, ob Unternehmen wirklich nachhaltig handeln, geben wir dir eine Checkliste an die Hand, die die drei erwähnten Bereiche Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft berücksichtigt. Ein wichtiges Thema sind dabei Zertifizierungen. Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von Zertifikaten und Siegeln: Produktlabels und Managementsysteme. Produktlabels findest Du immer direkt an den Produkten, entweder als Hängeetikett oder abgedruckt auf dem Waschetikett. Du solltest bei der Überprüfung der Produktkennzeichnungen darauf achten, ob diese von öffentlich-rechtlichen Zertifizierungseinrichtungen (z.B. EU-Bio-Label für Lebensmittel), geprüften Instituten (z.B. OekoTex) oder Normierungsorganisationen (z.B. ISO) ausgestellt wurden. Sollte das nicht der Fall sein, handelt es sich oftmals um Öko-Kennzeichnungen, die von Firmen selbst definiert und nicht von einer entsprechenden Organisation verifiziert wurden.

Über Managementsysteme werden die Prozesse der Wertschöpfung geregelt. Komplexe, globale Wertschöpfungsketten müssen transparent dargelegt und dadurch oftmals verantwortungsbewusster gestaltet werden. Vor allem wenn du dir das gesellschaftliche Handeln von Unternehmen ansehen willst, solltest Du einen Blick auf das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) werfen. Diese Dimension betrachtet die menschliche Seite der Herstellung. Darauf ist vor allem bei Firmen zu achten, die mit Zulieferern in Ländern zusammenarbeiten, in denen sich gesetzliche Regelungen nur unzureichend durchsetzen lassen. Wenn ein Unternehmen Nachhaltigkeit ernst nimmt, findest du mit Sicherheit auf der Website einen eigenen Nachhaltigkeits- und CSR-Bereich mit entsprechenden Berichten über Nachhaltigkeit, CSR undCorporate Governance. Letztes beinhaltet das wirtschaftlich nachhaltige Handeln eines Unternehmens: gibt es global geltende Compliance-Richtlinien und werden diese eingehalten? Wie ist die Firma aufgebaut – gibt es einen für Nachhaltigkeit verantwortlichen Bereich, der die Umsetzung der angesprochenen Richtlinien nachhält und überprüft? Wie hoch ist der Grad der Diversität in einem Unternehmen? All diese Fragen sollten in einem entsprechenden Jahresbericht mindestens beantwortet und bestenfalls auch mit Zahlen belegt werden.

 

Verantwortungsbewusst Reiten: hilfreiche Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Verantwortungsvoll Reiten: hilfreiche Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Sicherlich denkst du dir oft, Zertifikate und Berichte sind sicherlich wichtig und gut, aber was kannst du persönlich im Alltag tun, um deinen Footprint zu optimieren? Wir sind ganz ehrlich und sagen dir, dass es zunächst das wichtigste ist, mit gesundem Menschenverstand an diese Frage heranzugehen. Sicherlich wäre es für Umwelt und Natur am besten, wenn wir auf viele Dinge, die wir gerne tun, verzichten. Doch das ist unserer Meinung nach nicht realistisch würde dich natürlich auch wahnsinnig einschränken. Du kannst jedoch durch Kleinigkeiten deinen Alltag deutlich nachhaltiger gestalten. Das beginnt bei den ersten Kaufüberlegungen – welches Produkt kaufst du für welchen Zweck und wo bekommst du es? Wenn du diese Frage gewissenhaft beantwortest und versuchst, hier eine nachhaltige Lösung zu finden, hast du schon einen riesen Schritt gemacht.

Lass uns beispielsweise überlegen, du brauchst eine neue Schabracke. Warum brauchst du eine neue Schabracke? Vielleicht ist deine alte kaputt, oder vielleicht willst du aber auch einfach eine schöne neue. Beide Gründe sind legitim und bringen wichtige Folgen mit sich: deine alte Schabracke könntest Du noch verkaufen oder verschenken anstatt sie in den gewöhnlichen Müll zu schmeißen. So bleibt sie im Textilkreislauf und findet dort weiterhin Verwendung. Beim Kauf deiner neuen Schabracke hast Du nun unglaublich viele Alternativen. Du kannst Dir an dieser Stelle die verschiedenen Marken ansehen: gibt es transparente Prozesse und Lieferketten? Wo kommen die Produkte her? Welche Materialien werden verwendet? Vielleicht gibt es einen Anbieter, der hier deinen Nachhaltigkeitsanspruch erfüllt und auch optisch tolle Produkte herstellt. Nun stellt sich noch die Frage, wie du an dein Wunschprodukt kommst. Ist es in einem örtlichen Geschäft erhältlich oder bestellst du es online? Dabei kannst du natürlich immer auch ein Auge auf die Verpackung werfen. Es gibt viele Alternativen zu Plastikbeuteln und gewöhnlichen Versandverpackungen.

Diese kleine Simulation mit einer neuen Schabracke ist auf jedes Produkt anwendbar. Seien es Textilien, Futter dein Pferd, oder andere Produkte. Wenn du dir zu Beginn einer Kauflust diese Fragen stellst und sie schlüssig beantwortest, handelst du in deinem Alltag als ReiterIn verantwortungsbewusst und nachhaltig.

Das Gefühl, jeden Tag ein wohl überlegtes, qualitativ hochwertiges Produkt guten Gewissens benutzen zu können, lässt den vermeintlich etwas größeren Aufwand und höheren Preis, schwinden.